VillageOffice Après-Corona

Pause. Weitermachen. Neustarten.

Anders. Von heute auf morgen. Corona hat Gesellschaft und Wirtschaft wachgerüttelt. Unsere Arbeits- und Privatleben durchgerüttelt. Die Arbeit der Zukunft ist auf einmal da. Zack. Arbeiten, wo wir leben in einer Hauruck-Übung und etwas zu wortwörtlich (in den eigenen vier Wänden). Das ist nicht ganz so, wie wir uns das für euch gewünscht und vorgestellt hatten. Wir sind an einem Wendepunkt. Was machen wir jetzt? Wir ordnen unsere Gedanken, packen diesen Wendepunkt als Chance. Und wagen einen Ausblick in Form eines Rückblicks. Denn wir glauben fest daran: Es geht weiter. Aber anders. Ein Gedankenexperiment mit der Regnose-Technik*.

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Anderswil, Frühling 2021. Willkommen in deinem VillageOffice Coworking Space – in deiner Post-Corona-Gemeinde. Es ist 10.00 Uhr. Du hast soeben Kaffee getrunken mit deinen Coworking-Kollegen. Der Austausch war spannend. Du hast einen neuen Coworker kennengelernt, der ein eigenes kleines Treuhand-Unternehmen hat. Das trifft sich gut, er konnte deine Frage zur Gründung einer einfachen Gesellschaft beantworten. Neben deiner beruflichen Tätigkeit als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in bei einer Behörde hast du mit zwei Freundinnen eine Organisation für bewusstes Essen auf die Beine gestellt. Ihr bietet in Anderswil innovative Koch-Workshops für Familien an. Familienmitglieder kennen sich in Anderswil jetzt besser, als je zuvor – ihre Schatten- aber auch ihre Sonnenseiten. Sie schätzen ihren individuellen Raum. Aber sie schätzen es auch, ganz gezielt gemeinsame Familien-Momente zu verbringen und auf eine andere Art etwas zu lernen.

Anders wirtschaften

Die Einwohner von Anderswil kaufen wieder lokal ein. Sie treffen sich auf dem Wochenmarkt. Der Markt findet jeden Samstag auf dem Industriegelände einer ehemaligen Sattlerei statt. Eine Handvoll Kleinunternehmer*innen aus Anderswil betreibt das ehemalige Industriegebäude gemeinsam. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, in Anderswil einen Ort für Arbeit und mehr zu schaffen: ein VillageOffice. Es besteht aus einem Coworking Space, einer Kita, einem Blumenladen, einer Bäckerei und einem Kaffee.

Anders arbeiten

Der Kaffee um 10.00 Uhr in der Coworking-Pause war übrigens lecker – er stammt von der Dorfbäckerei, die sich jetzt auch zu einer Kaffeerösterei umgewandelt hat. Es ist 10.15 Uhr. Das Online-Treffen mit deinen Arbeitskollegen beginnt. Jeden Dienstag trefft ihr euch virtuell. Euer Facilitator (Moderator) führt euch gekonnt durchs Meeting: Ankommen mit einem Check-in, Projektstand erläutern, Traktanden zusammenstellen, Traktanden bearbeiten, Aufgaben und nächste Schritte verteilen, Ausklingen mit einem Check-out.

12.00 Uhr. Zeit für ein gemeinsames Mittagessen mit deinem Sohn. Kein stressiges Kochen, kein Hin- und Herpendeln. Denn dein Sohn ist in der Kita um die Ecke. Für ein ausgewogenes Essen mit lokalen Spezialitäten sorgen freiwillige Senioren-Köche und -Köchinnen aus Anderswil in der gemeinsamen Küche von Coworking und Kita.

Anders denken

14.00 Uhr. Zurück an deinem Arbeitsplatz. Du machst via Bildschirm ein paar Qigong-Übungen mit deiner Lieblingstrainerin für deinen steifen Nacken. 14.15 Uhr. Du startest deinen Blogartikel über die Zeit während Corona. Das geschieht dabei in deinem Kopf:

Du wunderst dich, dass die Verzichte, die wir leisten mussten, nicht zu Unglück und Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Noch nie entstanden in so kurzer Zeit so viele neue Ansätze, Initiativen und Projekte. Du staunst, dass dezentrales Arbeiten auf Distanz für so viele Menschen möglich ist, aber gleichzeitig auch Übung und Umdenken braucht.

Du weisst, dass Arbeitszeit auch Lebenszeit ist. Dass örtliche und zeitliche Flexibilität dein Berufs- und Familienleben besser vereinbaren. Du merkst aber auch, dass produktives Arbeiten im Home-Office schwierig ist.

Du wunderst dich, wie sich das Verhältnis von Technologie und Kultur verschoben hat. Der grosse Hype um die Technik in der Digitalisierung ist vorbei. Unsere Aufmerksamkeit gilt wieder mehr dem Mensch. Wer bin ich? Wer sind wir? Was machen wir auf dieser Welt?

Du bist erstaunt, wie schnell wir alte Denkmuster durchbrechen können. Wie auf einmal eine Kultur des Vertrauens und Anpassens (sense and adapt) entsteht anstelle von Planung und Kontrolle (predict and control). Du staunst, wie viel CO2 wir einsparen können, wenn wir uns bewusst fortbewegen. Du entdeckst die Kraft von lokalen, nachhaltigen Gemeinschaften (Communities) wieder. Du merkst, wie wir alle kreativer, verantwortungsvoller, selbstbestimmter und bewusster sind.

Anders sein

17.00 Uhr. Es ist Feierabend. Dein Blogartikel steht. Du holst deinen Sohn von der Kita ab, schwingst dich auf den Velosattel. Flitzt die Dorfstrasse herunter, vorbei an den Getreidefeldern. 17.15 Uhr. Du bist zu Hause. Heute ist ein schöner Frühlingsabend. Die Grosseltern und eine befreundete Nachbarsfamilie kommen vorbei. Du freust dich auf die soziale Nähe. Gemeinsam kochen, lachen, spielen. Sein.

Weitermachen

Wir alle von VillageOffice sind überzeugt: Es geht weiter. Lokale Gemeinschaften und dezentrales Arbeiten werden nach Corona noch wichtiger. Lasst uns gemeinsam weitermachen: neu denken, anders handeln. Voneinander und miteinander lernen. Schritt für Schritt, Tag für Tag. Gemeinsam schaffen wir das!

Übrigens: Wenn du möchtest, dass dein Wohnort wie Anderswil wird, melde dich auf My.VillageOffice an. Damit dein Wohnort gleich nach Corona durchstarten kann.

Wir werden bereit sein.

Und du?

Weiterführend


Dieser Blogpost ist ein Gedankenexperiment und beleuchtet die Überzeugung von VillageOffice. Er basiert nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Bild: Masaaki Komori auf Unsplash

* Mit der Regnose schauen wir von der Zukunft aus zurück ins Heute. Im Gegensatz zur Prognose, bei der wir in die Zukunft blicken. Inspiriert hat uns dazu Matthias Horx vom Zukunftsinstitut.


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